Historische Stickerei

Genauso wie reich bebilderte Handschriften waren opulent bestickte Textilien im Mittelalter als Standessymbol und Ausdruck für Wohlstand und Macht hoch geschätzt. Schon früh entwickelte sich daher die Profession des Stickers/der Stickerin, deren Meister/innen sich bereits im 13. Jahrhundert in Paris zu einer gildenähnlichen Vereinigung zusammenschlossen.

Mit einer Lehrzeit von 8 Jahren war das Kunsthandwerk „Stickerei“ eine der aufwändigeren Ausbildungen, dafür aber eines jener Gewerbe, in denen Frauen Gesellinnen und – ein Jahr und einen Tag später – auch Meisterinnen im eigenen Recht werden konnten. Um eine eigene Werkstatt zu eröffnen, fehlte vielen jedoch das Geld für Räumlichkeiten, Unterkunft und Verpflegung für Lehrlinge und die benötigten kostbaren Materialien (Seiden- und Goldfäden, Perlen …).
So entstanden vor allem in den großen Stickereizentren (Paris, London, Flandern und Italien) regelrechte Stickdynastien, die innerhalb der Familie weitervererbt wurden.

mit einem „Türkenknoten“ verzierte Tassel